Die Sammlung von Begriffsdefinitionen aus dem Bereich Unkrautmanagement soll den Lesern helfen, einige Themen, die mit der landwirtschaftlichen Praxis und der weltweiten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zusammenhängen, besser zu verstehen.
Das Glossar soll regelmäßig aktualisiert werden. Ihre Beiträge und eventuellen Wünsche bezüglich weiterer Definitionen können Sie uns gern hier zukommen lassen.
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Biodiesel |
Aus Pflanzenölen oder tierischen Fetten gewonnene Monoalkylester langer Fettsäuren zur Verwendung in Dieselmotoren. Der Begriff bezeichnet den reinen Kraftstoff vor der Mischung mit Dieselkraftstoff. Biodieselmischungen werden als "BXX" bezeichnet, wobei "XX" den Prozentanteil von Biodiesel in der Mischung angibt (d. h.: B20 enthält 20% Biodiesel und 80% Erdöldiesel).
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Bioethanol |
Bioethanol ist Ethanol biologischer Herkunft. Zu den zucker- oder stärkehaltigen Kulturen, die zur Energiegewinnung angebaut werden, zählen Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Mais- und Weizenkulturen, Strohabfälle, Weiden und Pappeln, Sägemehl, Rohrglanzgras, Rutenhirse, Schlickgräser, Topinambur, Miscanthus und Sorghum (Futterhirse).
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Biokraftstoff |
Aus Biomasse gewonnener Kraftstoff.
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Biokraftstoffkulturen |
Kulturen, die zur Erzeugung von Biokraftstoff verwendet werden. Derzeit werden Nahrungsmittelkulturen wie Mais, Raps, Canola und Sojabohnen für die Biokraftstoffproduktion verwendet. In Brasilien wird Ethanol direkt aus Zuckerrohr gewonnen. Indien fördert den Anbau der Purgiernuss (Jatropha curcas) für die Biodieselproduktion. Ölpalmen sind eine weitere Quelle für Biokraftstoff. Biokraftstoff produzierende Algen können in Salzteichen kultiviert werden, die mit Kohlekraftwerken gekoppelt werden, um die CO2-Emissionen aufzufangen. Biodieselkulturen sollten vorzugsweise auf Feldern angebaut werden, die weniger geeignet sind für den Anbau von Nahrungsmitteln, z. B. Randgebiete, durch Salz beeinflusste Böden, Ödland usw., um eine unerwünschte Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden.
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Biogas |
Mit Biogas wird üblicherweise ein (Biokraftstoff-) Gas bezeichnet, das unter anaeroben Bedingungen durch Faulung oder Vergärung von organischem Material wie Stallmist, Klärschlamm, Siedlungsabfall, biologisch abbaubaren Abfällen oder anderen biologisch abbaubaren Stoffen hergestellt wird. Biogas besteht hauptsächlich aus Methan und Kohlendioxid.
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Biomasse |
Masse an organischem Material nicht-fossilen biologischen Ursprungs, die als Energieträger genutzt werden kann.
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Konservierende Bodenbearbeitung |
Jedes Bodenbearbeitungs- und Anbausystem, bei dem mindestens 30 Prozent der Bodenoberfläche nach dem Pflanzen mit Ernterückständen bedeckt sind, um die Bodenerosion durch Wasser zu reduzieren.
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Konventionelle Bodenbearbeitung |
Bodenbearbeitung über die gesamte Breite, die die gesamte Bodenoberfläche betrifft und vor dem/beim Pflanzen durchgeführt wird. Nach dem Pflanzen sind weniger als 15 Prozent der Fläche mit Ernterückständen bedeckt. Im Allgemeinen wird gepflügt oder es gibt intensive (zahlreiche) Bodenbearbeitungsgänge. Die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Pflanzenschutzmittel und/oder Reihenkultur.
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Deckfrucht |
Deckfrüchte sind Pflanzen, die im Wesentlichen nicht als Nahrungsmittelkulturen sondern zum Schutz vor Bodenerosion, zur Unkrautkontrolle und zur Verbesserung der Bodenqualität angepflanzt werden. Sie werden in der Regel untergepflügt, bevor die nächste Kultur angelegt wird. In diesen Fällen wird die "Deckfrucht" zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit verwendet und auch als "Gründünger" bezeichnet.
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Gute landwirtschaftliche Praxis (GLP) |
Bezeichnet die Gesamtheit der Empfehlungen und Kenntnisse hinsichtlich der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit für die Produktion in landwirtschaftlichen Betrieben und nachgeschaltete Prozesse, die zu sicheren und gesunden Nahrungsmitteln und anderen landwirtschaftlichen Produkten führen. Zu den GLP können Richtlinien zu folgenden Themen gehören: Standortwahl, Nutzung angrenzender Flächen, Einsatz von Düngemitteln, Wasserbeschaffung und -nutzung, Schädlingsbekämpfung und Pestizid-Monitoring, Erntepraktiken (einschließlich Arbeitshygiene, Verpackung, Lagerung, Feldhygiene und Transport der Produkte) und Arbeitsgänge nach der Ernte.
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Integrierter Pflanzenschutz - IPM |
Ein Entscheidungshilfesystem für den Pflanzenschutz, das sich auf die langfristige Vermeidung oder Unterdrückung von Schädlingsproblemen konzentriert und minimale Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt und auf Nicht-Zielorganismen hat. Der integrierte Pflanzenschutz berücksichtigt alle Techniken und Taktiken zur Schädlingsbekämpfung (anbautechnisch, mechanisch, biologisch, chemisch). Sein Schwerpunkt liegt auf gesunden Kulturen, hoher Produktivität und möglichst geringer Beeinflussung des landwirtschaftlichen Ökosystems.
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Minimale Bodenbearbeitung |
Möglichst geringe Störung des Bodens bei der Vorbereitung der Aussaat durch geringstmögliche Bodenbearbeitung und minimalen Pflugeinsatz. Dazu können Direktsaat, Säen in vorhandene Stoppeln oder der Übergang zu reduzierter Bodenbearbeitung gehören. Die wesentlichen Vorteile liegen darin, dass der Energieverbrauch für die Bodenbearbeitung gesenkt, die Bodenfeuchtigkeit und -struktur erhalten, die Bodenorganismen weniger gestört und eine Pflanzendecke bewahrt wird, um die Bodenerosion zu minimieren.
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Mulchsaat |
Eine Saatmethode mit nur minimaler vorhergehender Bodenbearbeitung (d.h. Pflugverzicht, Einsatz von Grubber, Leichtgrubber, Scheibenegge, usw.). Dabei werden die Saatkörner von einer Mulchsaatmaschine (Direktsämaschine mit geringerem Schardruck) in den Boden eingebracht. Mulchsaat belässt Pflanzenreste nahe an oder auf der Bodenoberfläche mit dem Ziel, eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung zu erzielen, um das Erosionsrisiko zu reduzieren. Die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Schädlingsbekämpfungsmittel und/oder Reihenkulturen.
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Nicht selektives Herbizid |
Ein chemisches Produkt, das zur Bekämpfung aller Unkrautarten (einjährige und mehrjährige Gräser und breitblättrige Unkräuter) verwendet wird.
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Direktsaat |
Auch konservierende Bodenbearbeitung oder Null-Bodenbearbeitung genannt. Eine nachhaltige Anbaumethode ohne Bodenbearbeitung mit üblicherweise traktorgezogenen Maschinen.
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Reduzierte Bodenbearbeitung |
Bodenbearbeitung in einem oder zwei Arbeitsgängen, die die gesamte Bodenoberfläche betrifft und die vor dem/beim Pflanzen durchgeführt wird. Nach dem Pflanzen sind 15-30 Prozent der Fläche mit Ernterückständen bedeckt. Die Unkrautbekämpfung erfolgt durch Pflanzenschutzmittel und/oder Reihenanbau.
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Dammkultur |
Ein Bodenbearbeitungssystem, bei dem übermäßige Vegetation mechanisch abgetragen wird. Die Pflanzung erfolgt auf Dämmen, die während des Anbaus der Vorjahreskultur angelegt wurden, Reste werden zwischen den Dämmen auf der Oberfläche gelassen.
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Selektives Herbizid |
Ein chemisches Produkt, mit dem nur bestimmte Unkrautarten bekämpft werden (d. h. entweder Gräser oder breitblättrige Unkräuter).
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Nachhaltige Landwirtschaft |
Management und Erhaltung natürlicher Ressourcen und Anpassung technologischer und institutioneller Möglichkeiten, die eine fortdauernde landwirtschaftliche Produktion für gegenwärtige und zukünftige Generationen ermöglicht. Eine solche nachhaltige Landwirtschaft schont Boden, Wasser und pflanzliche und tierische genetische Ressourcen, ist technisch angemessen, wirtschaftlich tragfähig und sozialverträglich. Nachhaltigkeit beruht auf dem Prinzip, dass gegenwärtige Bedürfnisse befriedigen werden, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Daher ist die Verantwortung für natürliche und menschliche Ressourcen von größter Bedeutung.
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Einjähriges Unkraut |
Unkräuter, die ihren Lebenszyklus in einer Wachstumssaison bzw. einem Jahr abschließen: von Samen über die Blüte bis zum Samen, bevor das Jahr zu Ende geht.
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Biodiversität (oder Biologische Vielfalt) |
Die Vielfalt von Leben in allen seinen Formen, Ebenen und Kombinationen. Umfasst Ökosystemvielfalt, Artenvielfalt und genetische Vielfalt (IUCN, UNEP und WWF, 1991).
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Breitblättrige (oder zweikeimblättrige) Unkräuter |
Die Blätter sind "breit" im Gegensatz zu den "schmalen" Blättern der Gräser. Sie werden auch 'zweikeimblättrig' (dikotyledon) genannt, da sie zwei Keimblätter haben, während Gräser 'einkeimblättrig' (monokotyledon) sind.
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Ungräser |
Die Blätter sind "schmal" im Gegensatz zu den "breiten" Blätter der breitblättrigen Unkräuter. Sie werden auch 'einkeimblättrig' (monokotyledon) genannt, da sie ein Keimblatt haben, während breitblättrige Unkräuter 'zweikeimblättrig' (dikotyledon) sind.
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Auswaschen (Boden) |
Der natürliche Prozess, in dem wasserlösliche Substanzen durch den Boden ins Grundwasser transportiert werden.
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Mehrjähriges Unkraut |
Unkräuter, die jedes Jahr wiederkommen. Einige sterben im Winter ab, aber da ihre Wurzeln überdauern, kommen sie im nächsten Frühjahr wieder. Andere sterben nicht ab und wachsen in der nächsten Saison weiter.
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Resistenz (Herbizid) |
Die ererbte Fähigkeit einer Pflanze/eines Unkrauts, eine Herbiziddosis zu überleben, die für die Art normalerweise tödlich ist.
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Reihenkulturen |
Einjährige Kulturen, die traditionell in breiten Reihen angebaut werden, z. B. Mais, Baumwolle, Soja…
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Oberflächenabfluss (Oberflächen-Runoff) |
Überschüssiges Wasser (z. B. nach starken Regenfällen), das vom Boden nicht mehr aufgenommen werden kann und über die Bodenoberfläche zum nächsten Oberflächenwasser (Teich, See, Fluss) hinabfließt.
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Brandrodung |
Eine in den Tropen weit verbreitete landwirtschaftliche Technik, bei der Bäume und natürlicher Unterwuchs gerodet und verbrannt werden. Anschließend werden einige Jahre lang Kulturpflanzen auf dem nackten Boden angebaut, bis er unfruchtbar wird.
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Bodenerosion |
Umlagerung von Feststoffen (Boden, Schlamm, Felsen oder andere Partikel), in der Regel durch die Einwirkung von Strömungen wie Wind, Wasser oder Eis durch eine nach unten oder hangabwärts gerichtete Bewegung.
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Stewardship (Pflanzenschutzmittel) |
Das verantwortungsbewusste und ethische Management eines Pflanzenschutzmittels in einer Weise, die die Interessen der Anwender, zukünftiger Generationen und anderer Arten vollständig und in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt.
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Mutation (bei Unkräutern) |
Eine permanente Änderung, eine strukturelle Veränderung in der DNA oder RNA, die sich auf das mutierte Unkraut und über die Samen auf alle seine Nachkommen auswirkt.
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Veränderung der Unkrautflora (Weed shift) |
Eine Veränderung der Unkrautgesellschaft in einem Feld, die die relative Häufigkeit der einzelnen Arten oder das Artenspektrum betreffen kann. Sie kann das Ergebnis gewisser Managementpraktiken, z. B. Herbizideinsatz, oder anderer Phänomene sein, die eine Änderung des Unkrautartenspektrums zur Folge haben. Arten oder Biotypen, die sich an die gängigen Unkrautbekämpfungsmethoden angepasst haben, nehmen zu, während Arten, die durch diese Methoden bekämpft werden können, abnehmen.