Konservierende bodenbearbeitung verdient emissionsgutschriften
Da Paraquat eine nichtselektive Unkrautbekämpfung ermöglicht, die für konservierende Bodenbearbeitungssysteme unerlässlich ist, trägt es zur Abschwächung der Klimaveränderung bei.
US-amerikanische Landwirte können jetzt am Emissionshandelsprogramm des Bauernverbands teilnehmen. Das bedeutet, dass sie Geld bekommen, wenn sie auf ihren Ackerflächen konservierende Bodenbearbeitungssysteme wie Direktsaat und Streifenbearbeitung einsetzen. Diese bodenschonenden Systeme erhöhen den Gehalt an organischen Substanzen im Boden. Abgesehen davon, dass dies Teil einer guten landwirtschaftlichen Praxis ist, werden dadurch große Mengen an Kohlendioxid gebunden.
Agrarland hat das Potential, etwa 11% der US-amerikanischen Treibhausgasemissionen auszugleichen, was rund 650 Million Tonnes CO2 pro Jahr entspricht. Zu diesem Gesamtbetrag könnten Kulturflächen zu 41% beitragen, und die Hälfte davon könnte durch konservierende Bodenbearbeitungsmethoden erreicht werden, wenn diese in größerem Umfang angewendet werden. Der Präsident der Soil Science Society of America, Professor Rattan Lal (Ohio State University), beschrieb dies als eine “win-win-win- Strategie, da sie die Klimaveränderung abschwächt, die Produktivität erhöht und Ökosysteme aufwertet”.
Die Soil Science Society of America veröffentlichte unlängst einige Artikel darüber, wie konservierende Bodenbearbeitung einen größeren Beitrag zur Stickstofffixierung leisten kann und wie Landwirte davon profitieren können, indem sie Emissionshandelsprogrammen beitreten (https://www.soils.org/sciencepolicy/caucus/briefings/carbon/ ).
Lesen Sie, wie das funktioniert, wie Paraquat helfen kann und wie wir alle davon profitieren.
Direktsaat auf den M&K Farms, Kansas
Merle Holle baut seit fünfzig Jahren in Nordostkansas Mais, Weizen, Körnerhirse und Sojabohnen an. Zusammen mit seinem Sohn bewirtschafte er heute die M&K Farms in Marysville, wo sie seit 1990 Direktsaatmethoden anwenden. Von den sauberen Saatbetten auf gepflügten Feldern abzugehen, war zunächst Vertrauenssache, bis die Vorteile einmal klar zu erkennen waren. Und nachdem sich die M&K Farms fünf Jahre lang mit der Direktsaat und ihren Ergebnissen vertraut gemacht hatten, blickten sie nie mehr zurück. Durch die Direktsaat verbesserte sich die Bodenstruktur, es gab weder Oberflächenverkrustung noch Verdichtung, viel weniger Erosion und weniger Oberflächenabfluss. Zudem verbesserten sich die Lebensräume für Wildtiere und der Stand der Kulturen war besser. Die Holles stellten auch fest, dass sie vielleicht etwas mehr Herbizide brauchten, aber die Ausgaben für Kraftstoff, Maschinen und Arbeitskräfte geringer waren, sodass sie insgesamt $20/Acre einsparten.
Weniger deutlich war die Tatsache, dass von den Feldern der Holles wesentlich weniger CO2 in die Atmosphäre gelangte. Die bessere Bodenstruktur infolge von Direktsaat ist auf den höheren Anteil an organischen Substanzen zurückzuführen. Das bedeutet, dass Kohlenstoff effizient fixiert wird und dadurch die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Seit der Anbausaison 2005 haben die M&K Farms einen Vertrag mit der Chicago Climate Exchange (CCX, http://www.chicagoclimatex.com/) abgeschlossen, durch den sie für jeden nicht gepflügten Acre bezahlt werden. Dahinter steckt die Idee, dass Organisationen, die ihren Treibhausgasausstoß zur Erfüllung des Kyoto-Protokolls reduzieren müssen oder dies durch gutes Corporate Citizenship tun möchten, es möglicherweise einfacher finden, jemandem Geld zu geben, der die Emissionen für sie reduziert. Dies nennt man Emissionshandel und amerikanische Landwirte, die bestimmte konservierende Bodenbearbeitungsmethoden einführen, können dadurch CCX Exchange Soil Offsets als Emissionszertifikate verdienen. Die Landwirte können Verträge über Gemeinschaftsprogramme abschließen, wie sie beispielsweise vom Bauernverband angeboten werden (http://carboncredit.ndfu.org/).
Eignung für den Emissionshandel
CCX Exchange Soil Offsets sind derzeit in sieben Zonen erhältlich, die sich über einen Großteil des Gebiets der mittleren und östlichen USA erstrecken. Die Zonen wurden wegen der typischen Kapazität ihrer Böden ausgewiesen, Kohlenstoff zu speichern, wenn Direktsaat oder Streifenbearbeitung eingeführt werden. Im Allgemeinen müssen mindestens zwei Drittel der Bodenoberfläche ungestört bleiben und mindestens zwei Drittel der Ernterückstände auf dem Acker belassen werden. Es dürfen keine Schar- und Scheibenpflüge sowie Grubber verwendet werden, und wenn kontinuierlich Sojabohnen, Baumwolle oder Hülsenfrüchte angebaut werden, sind Deckkulturen anzupflanzen.
In jeder Zone werden die Landwirte nach einem Tarif bezahlt, der sich nach dem Kohlenstofffixierungspotential ihrer Böden richtet. Fixierungsraten von 0,2 - 0,6 Tonnen Kohlenstoff pro acre werden für jedes Jahr der Verträge angerechnet, die derzeit bis 2010 laufen. Durch Stichprobenkontrollen wird überprüft, ob die teilnehmenden Landwirte die Auflagen erfüllen, aber der Gehalt an organischer Substanz wird nicht gemessen. Dadurch waren frühere Programme zu teuer und daher nicht durchführbar. Der Kohlenstoffpreis an der Chicago Climate Exchange ändert sich jeden Tag mit dem Handel, lag aber in der ersten Hälfte des Jahres 2007 bei 3,50 bis 4000 US-Dollar pro Tonne.
Die Rolle von Paraquat
Als erstes nichtselektives Breitbandherbizid, das Landwirten zur Verfügung stand, ermöglichte Paraquat die Entwicklung bodenschonender Anbausysteme ohne Bodenbearbeitung. Durch das Pflügen und andere Bodenbearbeitungstechniken werden Unkräuter bekämpft, die die Kulturen beschatten und um Wasser und Nährstoffe konkurrieren, was die Erträge senkt und die Erntearbeiten erschwert. Pflügen fördert den Abbau organischer Substanzen und dadurch wird CO2 an die Atmosphäre zurückgegeben. Die positiven Erfahrungen, die M&K Farms mit Direktsaat und chemischer Unkrautbekämpfung gemacht haben, sind typisch.
In Direktsaatsystemen wird zwar häufig das systemische nichtselektive Herbizid Glyphosat verwendet, aber Paraquat hat viele Vorteile, denn es wirkt viel schneller und ist regenfest. Wenn Paraquat als Abbrennherbizid verwendet wird, kann Glyphosat nach dem Auflaufen in genetisch veränderten, toleranten Kulturen bedenkenloser gespritzt werden, da dann die Gefahr geringer ist, dass sich Unkrautresistenzen gegen Glyphosat entwickeln.
Im Gegensatz zu Glyphosat ist Paraquat nicht systemisch und tötet nur das besprühte Blattgewebe ab. Die Wurzeln bleiben intakt und tragen zur Verankerung des Bodens bei, der dadurch besser gegen Erosion geschützt ist. Und Paraquat hat keine Restwirkung im Boden, sodass Samen im Boden nicht beeinträchtigt werden und wieder austreiben und für zusätzliche Bodendeckung sorgen können. Die Kultur wächst schneller als neue Keimungswellen, aber nichtkompetitives neues Unkrautwachstum trägt ebenfalls zur Kohlenstofffixierung bei, wenn es schließlich nach der Ernte zusammen mit Ernterückständen der organischen Substanz des Bodens hinzugefügt wird.
Mehr über Paraquats Wirkungsweise finden Sie hier.

