Häufig gestellte Fragen - Technische Fragen
A. Paraquat wirkt in Gegenwart von Licht und trocknet die grünen Pflanzenteile aller Pflanzen aus, mit denen es in Berührung kommt. Nach der Anwendung dringt es beinahe sofort durch das Blatt in die Pflanze ein. Die Aufnahme wird durch hohe Lichtintensität und Feuchtigkeit sowie durch ein besonderes Adjuvans-System erhöht, das gewöhnlich in die Formulierung eingebaut wird. Es sorgt für eine starke Retention der Spritzflüssigkeit und eine gute Benetzung der Zielblätter. Tankmischungen müssen Adjuvantien zugesetzt werden, falls die Formulierung keine enthält.
Der Wirkort von Paraquat befindet sich in den Chloroplasten. Diese enthalten die Fotosynthesesysteme grüner Pflanzen, welche die Lichtenergie absorbieren, die zur Zuckersynthese verwendet wird. Paraquat wirkt am fotosynthetischen Membransystem, dem so genannten Fotosystem I, das freie Elektronen zum Antrieb der Fotosynthese produziert. Die freien Elektronen von Fotosystem I reagieren mit dem Paraquat-Ion und bilden ein freies Radikal. Es wird durch Sauerstoff schnell wieder rückgewandelt und dabei entstehen Superoxide. Die chemisch hoch reaktiven Superoxide greifen ungesättigte Membranfettsäuren an; dadurch werden Zellmenbranen und –gewebe schnell aufgebrochen und abgebaut. Der Prozess Paraquat-Ion/freies Radikal beginnt von neuem und liefert weitere Mengen an Superoxid, bis keine freien Elektronen mehr vorhanden sind.
Ein sichtbares Welken der behandelten Pflanzen ist unter warmen, hellen Bedingungen innerhalb von Stunden zu beobachten, kann aber unter dunklen, kalten Bedingungen länger dauern. Darauf erscheinen bald braune, ausgetrocknete oder chlorotische Gewebe. Licht, Sauerstoff und Chlorophyll zusammen sind also für die schnelle, charakteristische herbizide Wirkung von Paraquat erforderlich. Durch die aufgebrochenen Zellmembranen kann Wasser aus der Pflanze austreten. Dies führt zum schnellen Austrocknen der Blätter.
A. Paraquat ist ein nichtselektives Breitbandherbizid (Totalherbizid) der Bipyridyliumgruppe. Reine Paraquat-Salze sind weiß und die technischen Produkte gelb. Es sind kristalline, geruchlose, hygroskopische Pulver. Paraquat ist in Alkohol schwach löslich und praktisch unlöslich in organischen Lösungsmitteln. In wässrigen Formulierungen ist Paraquat nicht explosiv und nicht entzündlich. Es korrodiert Metalle und ist nicht mit dem Netzmittel Alkylarylsulfonat kompatibel. Es ist in Säure und neutralen Lösungen stabil, wird aber von Basen schnell hydrolysiert.
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Strukturformel |
Paraquat ist ein starkes Kation und bleibt dort, wo es appliziert wird |
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| Beschreibung | Weißer, kristalliner Feststoff | wie Zucker |
| Löslichkeit | Gut wasserlöslich. Unlöslich in Fett | wie Natriumchlorid |
| Dampfdruck | Vernachlässigbar, unter 1 x 10-9 mm Hg | wie Kupfermünzen |
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Toxizität (45,6% technisch)
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Einatmen nicht möglich Orale LD50 (technisches Material in der Ratte) = 283 mg/kg
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wie Benzin |
Molekülstruktur

Paraquat (1,1'-dimethyl-4,4'-bipyridyliumdichlorid)
A. Ja. So wie Resistenzen gegen andere Herbizide auftreten, wurden auch Paraquat-Resistenzen festgestellt.
Aber die rasche Entwicklung Glyphosat-resistenter Kulturen (Glyphosat ist ein anderes übliches Herbizid) stimuliert die Nachfrage nach Paraquat, da es immer mehr Glyphosat-tolerante oder –resistente Unkräuter gibt. Paraquat nimmt eine immer wichtigere Rolle in IPS-Programmen (Integrierter Pflanzenschutz) im Zusammenhang mit Glyphosat-toleranten Kulturen und in anderen Situationen ein, in denen Glyphosat über lange Zeiträume hinweg intensiv genutzt wurde.
Es gibt Erfassungsprogramme, die Landwirte und Berater unterstützen sollen, das Ausmaß der Herbizidresistenz abzuschätzen und Bekämpfungsstrategien zu planen. Beispiele für derartige Erfassungsprogramme sind hier zu finden:
A. Nein. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum eine Herbizidtoleranz gegenüber Paraquat nicht vermarktet wird. Ein wichtiger Grund ist, dass Paraquat so schnell wirkt, dass es technisch schwierig ist, eine erfolgreiche Resistenz zu erreichen.
Außerdem besteht dort, wo Glyphosat-resistente Kulturen eingeführt wurden, immer die Gefahr, dass herbizid-resistente Unkräuter in aufeinander folgenden Kulturen aufkommen und die Wirksamkeit der Unkrautbekämpfung herabsetzen. Daher hat der größte Paraquat-Hersteller Syngenta die Entscheidung getroffen, keine transgenen Paraquat-resistenten Kulturen einzuführen, damit Paraquat ein hochwirksames Mittel (vor der Einsaat eingesetztes Herbizid) zur Kontrolle Glyphosat-resistenter Unkräuter bleibt.
A. Erstaunlicherweise wurde in über 40-jähriger Forschung kein anderes Herbizid gefunden, das die gleichen einzigartigen Vorteile von Paraquat bietet. Landwirte fragen weiterhin nach Paraquat, weil sie die schnelle Kontaktwirkung, Regenfestigkeit und hervorragende Wirksamkeit in ihren Anbauprogrammen nutzen wollen.