Häufig gestellte Fragen - Sicherheit für den Menschen
A. Unter normalen Gebrauchsbedingungen (d. h. gemäß den Angaben auf dem Etikett) ist Paraquat sicher für Anwender und Begleiter. Für den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln wird allgemein empfohlen, bei der Handhabung des konzentrierten Produkts Augenschutz und Handschuhe zu tragen und beim Spritzen normale Kleidung wie langärmelige Hemden, lange Hosen und wasserdichte Schuhe. Die Einhaltung dieser Empfehlungen bietet bereits ein hohes und ausreichendes Sicherheitsniveau für den Einsatz von Paraquat in der Landwirtschaft.
2004 wurde Paraquat erneut von führenden internationalen Organisationen geprüft, unter anderem von der FAO (Welternährungsorganisation) und dem UN Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR), in dem Fachleute der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der FAO zusammenarbeiten. Diese Fachleute bestätigen, dass der Gebrauch vom Paraquat ungefährlich ist, wenn dieses sachgerecht eingesetzt wird. Durch seine physikalischen Eigenschaften ist es sicher zu handhaben, wenn die Anweisungen auf dem Etikett eingehalten werden.
Das europäische Scientific Committee on Plants (SCP) erklärt:
„Auf der Grundlage von Feldexpositionsstudien, die durch Informationen aus Umfragen zur Gesundheit von Anwendern bekräftigt werden, ist das SCP der Ansicht, dass der Gebrauch von Paraquat keine signifikante Gesundheitsgefahr für den Anwender darstellt, wenn es als Pflanzenschutzmittel vorschriftsgemäß unter Einhaltung der guten Arbeitspraktiken eingesetzt wird.“ (SCP, 2002)
Aus über 40-jährigem Gebrauch und verschiedenen Prüfungen durch internationale Kontrollbehörden ergab sich die Schlussfolgerung, dass Paraquat sicher für Anwender, die Umwelt, Verbraucher sowie Flora und Fauna ist, wenn es für den vorgesehenen Zweck als Herbizid verwendet wird. Seine Sicherheit wurde durch die Zulassung für den Gebrauch in über 100 Ländern rund um den Globus, einschließlich derjenigen mit den striktesten Verordnungen wie USA, bestätigt.
A. Die potentielle Langzeitgefährdung durch den Gebrauch von Paraquat wurde ebenfalls studiert. Die Weltgesundheitsorganisation kommt zu dem Schluss (Environmental Health Criteria, 1984), dass sich die Gesundheitsparameter, die bei Anwendern bzw. Nichtanwendern von Paraquat gemessen werden, nicht signifikant unterscheiden. Daher sind die Autoren der Ansicht, dass der Gebrauch von Paraquat über einen längeren Zeitraum keine schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Dies wurde durch detaillierte Untersuchungen bestätigt, in denen die Gesundheit von Personen, die Paraquat über einen längeren Zeitraum angewendet hatten, mit der von nicht exponierten Personen verglichen wurde.
A. Der Weltgesundheitsorganisation (Environmental Health Criteria 39, 1984) zufolge hat sich Paraquat in Langzeitstudien an Ratten und Mäusen nicht als teratogen (Fehlbildungen verursachend) oder karzinogen (krebserzeugend) erwiesen.
Im aktuellen Zulassungsdokument der EPA für Paraquat (EPA ‚RED’, August 1997) wird klar gesagt, dass die EPA die Substanz nicht für neurotoxisch hält. Die EPA erklärt auch, dass keine neurotoxikologische Entwicklungsstudie erforderlich ist.
A. Ein endokriner Disruptor ist eine synthetische Substanz, die nach der Aufnahme in den Körper Hormone entweder nachahmt oder blockiert und dadurch die normalen Körperfunktionen unterbricht. Wie es für alle PflanzenschutzmittelDefinition Das verantwortungsbewusste und ethische Management eines Pflanzenschutzmittels auf eine Weise, die die Interessen von Anwendern, zukünftigen Generationen und anderen Arten vollständig und in einem ausgewogenen Verhältnis berücksichtigt. Verlässliche Online-Referenzen und -Ressourcen http://www.croplife.org/ CropLife International ist der weltweite Verband der in der Pflanzenwissenschaft tätigen Unternehmen und ein Netzwerk regionaler und nationaler Verbände in 91 Ländern. Diese Verbände engagieren sich durch Forschungsarbeiten und die Entwicklung innovativer Technologien in den Bereichen Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung außerhalb der Landwirtschaft, Saatgut und Pflanzenbiotechnologie für eine nachhaltige Landwirtschaft. üblich ist, wurde auch Paraquat einer kompletten vorschriftsmäßigen toxikologischen Untersuchung unterzogen, einschließlich der vorgeschriebenen Studien an Säugetieren. Solche Studien erlauben die Untersuchung der toxikologischen Auswirkungen nach einer wiederholten Paraquat-Exposition einer Reihe von Tierarten. Studien wie diese bewerten die Fähigkeit von Substanzen, signifikante Nebenwirkungen durch Unterbrechung des Hormonsystems zu verursachen; ein Zusammenhang zwischen endokriner Disruption und Paraquat konnte nicht nachgewiesen werden.
BKH Consulting Engineers listet Paraquat im Bericht „Towards the establishment of a priority list of substances for further evaluation of their role in endocrine disruption“ für die Europäische Kommission DG ENV als eine Substanz der Gruppe III auf, d. h. es gibt keine wissenschaftliche Grundlage, um es in die Liste der endokrinen Disruptoren aufzunehmen. Als Begründung für diese Schlussfolgerung zitiert BKH zwei in-vivo-Studien an Säugetieren, die negativ im Hinblick auf die endokrine Disruption waren.
Paraquat steht auf der Liste des World Wildlife Fund (WWF) für Substanzen mit Auswirkungen auf die Fortpflanzung und/oder das Hormonsystem. Allerdings sind die Kriterien unklar, nach denen diese Einstufung erfolgte. Die Daten des WWF wurden von BHK bei der Ausarbeitung seiner Empfehlung berücksichtigt.
A. Nein. Paraquat ist nicht flüchtig und daher kann kein Dampf in die Atemwege gelangen.
Darüber hinaus sind die Spritztropfen, die von den zur Anwendung von Paraquat-haltigen Produkten und anderen Pflanzenschutzmitteln verwendeten Rückentragespritzen oder Sprühanhängern erzeugt werden, zu groß, um eingeatmet zu werden. Die meisten Tropfen aus den Spritzgeräten haben einen Durchmesser von 100 bis 200 Mikrometern, aber ein Teilchen muss kleiner als 10 Mikrometer sein, um in die Lufträume der Lunge eindringen zu können. Die großen Spritztropfen können nicht in das Atmungssystem eindringen. Die amerikanische EPA kommt zu dem Schluss, dass „die bei landwirtschaftlichen Praktiken verwendeten Partikel weit über der inhalierbaren Größe liegen und die Toxizität beim Einatmen daher kein Grund zur Besorgnis ist.“ (US EPA, 1997).
A. Paraquat ist wie viele andere handelsübliche Chemikalien gefährlich, und es hat Todesfälle gegeben, nachdem das konzentrierte Produkt in ausreichender Menge verschluckt wurde, in der Regel bei Selbstmordversuchen. Auf dem Etikett für Paraquat-haltige Produkte wird angegeben, dass das Produkt stets im Originalbehälter aufzubewahren ist und nicht in Lebensmittel-, Getränke- oder anderen Behältern gelagert werden darf. Paraquat-haltige Produkte sollten auch weggeschlossen werden, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
Laut FAO-Spezifikation für Paraquat müssen sowohl technische Konzentrate als auch wasserlösliche Konzentrate (SL) und wasserlösliche Granulate (SG) ein wirksames Emetikum (Brechmittel) in einer Mindestkonzentration erhalten. Diesen Produkten können auch Farbstoffe und stark riechende Warnsubstanzen zugesetzt werden.
Syngentas Paraquat-Produkte entsprechen den Anforderungen der 2003 und 2008 aktualisierten FAO-Spezifikation. Das Unternehmen hat in alle seine Paraquat-SL-Formulierungen (wasserlösliche Konzentrate) drei „Sicherheitsmittel“ eingebaut, um unbeabsichtigtes Verschlucken zu verhindern und Missbrauch entgegenzuwirken: Einen blauen Farbstoff, um Verwechslungen mit Getränken zu verhindern, eine Warnsubstanz mit starkem, abstoßendem Geruch und ein Emetikum, das nach Verschlucken Erbrechen herbeiführt. Es wird weithin angenommen, dass diese Entwicklungen zur Senkung der Unfallzahlen beigetragen haben.
Im Pestizidklassifikationssystem der WHO International Program for Chemical Safety sind über 500 Chemikalien klassifiziert.
| Klasse | Anzahl der Wirkstoffe |
|---|---|
| “Extrem gefährlich, Klasse Ia” | 29 |
| “Hoch gefährlich, Klasse Ib” | 61 |
| “Mäßig gefährlich, Klasse II” | 123 |
| “Leicht gefährlich, Klasse III” | 122 |
| “Stoffe, die beim normalen Gebrauch keine Gefahr darstellen” | 246 |
Paraquat wird zusammen mit über 100 anderen Wirkstoffen als „mäßig gefährlich“ (WHO-Klasse II) eingestuft. Informationen über das vollständige Klassifikationssystem erhalten Sie hier: