Indien: Nachhaltige Fruchtfolgen

Paraquat ermöglicht in Indien höhere Zuckerrohrerträge und bekämpft das Unkraut in Luzernekulturen, während es gleichzeitig die Arbeits- und Materialkosten senkt.

ZuckerrohrIm indischen Staat Maharashtra werden Zuckerrohr und Luzerne oft auf demselben Hof angebaut, während gleichzeitig Milchkühe gehalten werden. Das Zuckerrohr wird verkauft, während die Luzerne als Viehfutter verwendet wird. Paraquat ist eine einzigartige Komponente in diesem nachhaltigen System. Durch seine Kontaktwirkung und einen minimalen Einfluss auf die Umwelt erlaubt Paraquat eine Unkrautkontrolle zu niedrigeren Kosten als es mit Handarbeitern, die in der Region knapp sind, oder anderen Herbizidprogrammen möglich ist.

Im Zuckerrohranbau wird Paraquat üblicherweise als Tankmischung mit 2,4-D verwendet und 15-20 Tage nach dem Auflaufen neuer Zuckerrohrtriebe gespritzt. Die Kontaktwirkung des Herbizids unterdrückt zwar diese Triebe, stimuliert aber die Sprossbildung, so dass mehr Seitentriebe produziert werden und folglich die Erträge gesteigert werden. Eine derartige Verzögerung der Herbizidapplikation ermöglicht eine Unkrautkontrolle von mindestens 45 Tagen, bis sich die Kultur schließt und Unkräuter keine Konkurrenz mehr.

In Luzerne wird Paraquat jeweils 21 Tage nach dem Schneiden der Kultur gespritzt. Da das Herbizid beim Kontakt mit dem Boden inaktiviert wird und keine systemische Aktivität hat, werden die Unkräuter bekämpft, ohne dass das Wurzelsystem der Luzerne geschädigt wird, aus dem schnell neue Triebe austreiben, so dass der Zyklus von Neuem beginnen kann.

Zusätzlich zu dem Nutzen, den Paraquat den Landwirten in Bezug auf Ertragssteigerung und Unkrautkontrolle bietet, hat das System folgende nachhaltige Vorteile:

  • Beträchtlich reduzierter Bedarf an Kunstdünger, da die Luzernekultur den Boden mit Stickstoff anreichert und für die darauf folgende Zuckerrohrkultur vorbereitet. Hofeigener Stallmist wird ebenfalls auf die Felder zurückgebracht
  • Durch den geringen Kunstdüngerbedarf wird der Boden geschont und die Grundwasserqualität möglichst gering beeinträchtigt
  •  Bei der Zuckerproduktion anfallende Nebenprodukte werden wieder auf den Feldern ausgebracht. Dadurch wird der Gehalt an organischer Substanz im Boden vermehrt, das Wachstum der Kultur gefördert und die Anzahl der Bodenorganismen erhöht.